Veröffentlicht am 15.03.2026 in Lebensphasen

«Woman on Fire» – Ein neuer Blick auf die Wechseljahre

In «Woman on Fire» bricht Dr. Sheila de Liz das Schweigen über die Wechseljahre. Mit Witz und Expertise führt die Gynäkologin durch die Herausforderungen dieser Lebensphase. Sie plädiert für eine offene Auseinandersetzung und zeigt, dass die Menopause mehr ist als nur Hitzewallungen und Schlafstörungen. Ein wichtiges Buch, das zum Umdenken anregt und praktische Lösungen bietet.
Atupri - Symbolbild Frauen in den Wechseljahren

Wenn wir an die Wechseljahre denken, fallen uns oft die allseits bekannten Symptome ein: Hitzewallungen, Schlafstörungen, schmerzhafte vaginale Trockenheit, Stimmungsschwankungen. Doch viele weitere Zeichen des Körpers werden als «Alterserscheinungen» abgetan, die ebenfalls Folgen des sinkenden Hormonspiegels sind. Dr. Sheila de Liz, eine in Deutschland praktizierende amerikanische Gynäkologin, hat mit ihrem höchst informativen und sehr unterhaltsamen Buch «Woman on Fire» in den letzten Jahren eine wahre Kommunikationsflut zum Thema Wechseljahre ausgelöst. Ihre offene und direkte Art, über Frauengesundheit zu sprechen, öffnet uns die Tür zu einem tieferen Verständnis dieser Lebensphase und holt diese anspruchsvolle Zeit aus der Tabuzone.  

 

Die unsichtbaren Symptome  

Ab Anfang 40 leiden viele Frauen an Symptomen wie zum Beispiel Inkontinenz oder Gelenk- und Muskelschmerzen, die irgendwann schleichend auftreten und oft nicht mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht werden. «Diese körperlichen Beschwerden können die Lebensqualität erheblich einschränken», erklärt de Liz. Die Haut wird trockener, das Haar dünner, um die Taille lagern sich Fettpölsterchen an – Veränderungen, die tief ins Selbstbild eingreifen können. Ein weiteres, selten diskutiertes Thema sind kognitive Veränderungen. Viele Frauen berichten auch von Gedächtnisproblemen und Konzentrationsschwierigkeiten. «Oft werden Symptome verschwiegen, aus Angst, nicht ernst genommen zu werden», so de Liz. Und tatsächlich bestätigen Studien, dass Frauen, die über Schmerzen klagen, häufig keine Schmerz-, sondern Beruhigungsmittel verschrieben werden – im Gegensatz zu Männern, die beim gleichen Anliegen Schmerzmittel erhalten. Aber die gute Nachricht ist: Hilfe ist möglich! 

  

Nicht leiden, sondern lindern  

De Liz spricht sich nachdrücklich dafür aus, Beschwerden durch körperidentische Hormone zu lindern. (Nur bei sehr wenigen Frauen sprächen medizinische Gründe dagegen. Die früher festgestellten Krebsrisiken bei den damaligen Präparaten aus Stuten-Urin sind mit den neuen, bioidentischen Hormonen nicht zu vergleichen, die oft das Risiko von Krebs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sogar senken.) Zahlreiche Beschwerden vor, während und nach der Menopause seien schlicht Folgen des Hormonmangels – und diesen Mangel könne man weder durch Yoga noch durch pflanzliche Präparate beheben, auch wenn diese Massnahmen einzelne Symptome lindern können.  

«Niemand erhält eine Trophäe fürs Aushalten der Wechseljahresbeschwerden!» Leiden lohnt sich also nicht. Sehr sicher und hilfreich sind Hormongels, die auf die Haut aufgetragen und vom Körper aufgenommen werden. Dafür ist eine Konsultation bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt nötig. Die meisten Betroffenen sind dann schnell wieder symptomfrei, haben wieder mehr Energie, kein Ziehen in den Knochen mehr nach dem Aufstehen, die Vagina ist angenehm feucht und schmerzfrei, damit Sex auch wieder Spass macht, und auch die depressiven Verstimmungen lassen nach. Aber, mag da die eine oder der andere denken, sind die Wechseljahre denn nicht ein Teil des Lebens und die Beschwerden gehören einfach dazu? Die knappe Antwort von Dr. de Liz lautet: «Sie gehen doch auch zum Zahnarzt, oder?»  

 

(Hör-)Buch für Frauen und Männer über 40: De Liz, Sheila (2020): Woman on Fire. Alles über die fabel-haften Wechseljahre. Rowohlt. ISBN: 9783499003172 

Meine Frau ist in den Wechseljahren. Was kann ich tun?  

Die Wechseljahre sind nicht nur eine Herausforderung für die betroffene Frau selbst, sondern auch für die Partnerschaft. Emotionale Schwankungen können zu Spannungen und Missverständnissen führen. «In dieser Zeit müssen Paare lernen, neu miteinander zu kommunizieren», betont de Liz. Sie plädiert für Offenheit und Interesse des Partners, um gemeinsam gut durch diese transformative Phase zu navigieren. Da der weibliche Körper ab dieser Zeit unter anderem weniger Östrogen produziert, das de Liz als «Versorger-Hormon» bezeichnet, sind Frauen weniger als bisher bereit, nachzugeben und sich für die Kinder oder den Partner aufzuopfern. «Frauen finden in dieser Zeit endlich heraus, was sie eigentlich wollen, und entwickeln die Kraft, sich wirklich um sich selbst und um ihre eigenen Bedürfnisse zu kümmern.» Für viele Partner ist das eine verwirrende Zeit.  

Auch Veränderungen der Libido können für die Partnerschaft belastend sein. «Ein offenes Gespräch kann hier Wunder wirken», sagt de Liz. Es geht darum, Verständnis füreinander zu entwickeln und gemeinsame Wege zu finden, die Intimität zu bewahren oder neu zu gestalten. Ein erster wichtiger Schritt kann sein, sich gemeinsam über die Wechseljahre zu informieren. 


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