Andropause: Was die «Wechseljahre» der Männer wirklich sind
Die Andropause auf einen Blick
- Allmählicher Hormonabfall: Die Andropause beginnt typischerweise ab dem 40. Lebensjahr, wobei der Testosteronspiegel jährlich um etwa 1 % sinkt.
- Die häufigsten Symptome der «Wechseljahre beim Mann» sind ein vermindertes sexuelles Verlangen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Gewichtszunahme und eine Schwächung der Muskeln und Knochen.
- Unterschiede zur Midlife-Crisis: Die Andropause ist ein biologischer Prozess, während die Midlife-Crisis eine emotionale und psychologische Phase ist, in der Männer sich ungefähr in ihrer Lebensmitte mit Sinnfragen und der Lebensbilanzierung auseinandersetzen. Beide Phänomene können zeitgleich auftreten, sollten jedoch differenziert betrachtet werden.
- Sprechen Sie in einer Partnerschaft sowohl über die Andropause als auch über die Wechseljahre und die Midlife-Crisis. Das stärkt Ihre Beziehung.
Was ist die Andropause?
Die Andropause wird oft als «Wechseljahre der Männer» bezeichnet. Sie beschreibt einen altersbedingten, schrittweisen Rückgang des Testosteronspiegels, der bei vielen Männern ab dem circa 40. Lebensjahr beginnt. Im Durchschnitt sinkt der Testosteronwert dabei um rund ein Prozent pro Jahr.
Im Gegensatz zu den Wechseljahren bei Frauen verläuft die Andropause jedoch ohne feste Phasen oder Zeitplan. Die hormonellen Veränderungen entwickeln sich langsam über mehrere Jahre hinweg und können von Mann zu Mann unterschiedlich ausfallen. Während einige keine oder kaum Veränderungen bemerken, erleben andere deutliche körperliche und psychische Auswirkungen.
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Unterschied zwischen Midlife-Crisis und Andropause
Die Midlife-Crisis und die Andropause werden oft in einem Atemzug genannt, doch es sind zwei unterschiedliche Phänomene.
Die Midlife-Crisis ist eine Lebensphase, in der Sie sich mit Sinnfragen, Vergänglichkeit und unerfüllten Träumen auseinandersetzen. Es ist ein emotionaler Zustand, der oft mit Unsicherheit, dem Bedürfnis nach Veränderung, einer Bilanzierung des bisherigen Lebens sowie einer Neuausrichtung für die zweite Lebenshälfte einhergeht.
Die Andropause hingegen bezieht sich auf körperliche Veränderungen bei Männern, ähnlich den Wechseljahren bei Frauen. Während die Midlife-Crisis durch persönliche Reflexion und Lebensumstände getrieben wird, ist die Andropause ein natürlicher biologischer Prozess. Verständnis und Differenzierung dieser Zustände können Ihnen helfen, angemessen mit den Veränderungen umzugehen.
Symptome der Andropause
Durch den Rückgang des Testosteronspiegels können körperliche und psychische Veränderungen in unterschiedlicher Ausprägung auftreten. Einige Beschwerden sind typisch für die Andropause, andere werden meist nicht direkt damit in Verbindung gebracht.
Doch auch diese unsichtbaren Symptome können den Alltag stark beeinflussen. Ein offenes Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin kann helfen, die Symptome besser zu verstehen und geeignete Massnahmen zu ergreifen.
Typische Symptome der Andropause
Libidoverlust und Erektionsschwierigkeiten sind bekannte Symptome von Testosteronmangel, die sich bei einigen Männern ab Mitte 40 allmählich einstellen.
Auch diese Beschwerden werden häufig direkt mit der Andropause in Verbindung gebracht:
- Chronische Müdigkeit
- Muskelabbau
- Zunahme des Bauchfetts
- Abnahme der Körperbehaarung
- Stimmungsschwankungen und Depressionen
- Schlafstörungen
- Hitzewallungen
Weniger bekannte Symptome der Andropause
Ein Aspekt, der häufig übersehen wird, ist die psychische Gesundheit. Hormonelle Veränderungen können Stimmungsschwankungen und depressive Episoden auslösen. Daher ist es wichtig, neben den körperlichen auch psychische Symptome ernst zu nehmen und gegebenenfalls psychologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Ebenso kann die soziale Unterstützung durch Familie und Freunde eine bedeutende Rolle spielen, um diese Lebensphase erfolgreich zu bewältigen.
In einer Beziehung kann sich auch ein offenes Gespräch mit der Partnerin oder dem Partner lohnen – gerade weil auch das Sexleben betroffen ist.
Vielleicht hilft Ihnen ja unser Leitfaden für offene und lockere Gespräche über Sex dabei.
Weitere Symptome der Andropause, die meist nicht direkt damit in Verbindung gebracht werden, sind:
- Gelenkschmerzen
- Abnahme der Knochendichte
- Kreislaufbeschwerden
- trockene Augen
Behandlung der Symptome der Andropause
Viele Expertinnen und Experten empfehlen einen ganzheitlichen Ansatz zur Bewältigung des veränderten Testosteronhaushaltes. Das bedeutet: gesunde Ernährung, regelmässige Bewegung und psychologische Unterstützung. Diese gesunden Gewohnheiten können nicht nur die Symptome lindern, sondern auch langfristig zu einem erfüllteren und gesünderen Leben beitragen.
Obwohl die Andropause Herausforderungen mit sich bringt, bietet sie auch die Chance, den eigenen Lifestyle sowie Ziele und Erwartungen in der Mitte des Lebens neu zu überdenken. Mit den richtigen Hilfsmitteln und der passenden Unterstützung kann man ihr nicht mit Angst, sondern mit einer positiven Perspektive auf die kommenden Jahre entgegensehen.
6 Tipps zur Bewältigung der Andropause
Die Andropause kann eine herausfordernde Zeit sein. Doch es gibt effektive Wege, um diese Phase zu bewältigen:
- Gesunde Ernährung: Konzentrieren Sie sich auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Das unterstützt den Hormonhaushalt.
- Regelmässige Bewegung: Sportliche Aktivitäten, wie Joggen oder Schwimmen, können Stress abbauen und das Wohlbefinden steigern.
- Ausreichend Schlaf: Versuchen Sie, einen gesunden Schlafrhythmus zu etablieren, da Schlafmangel die Symptome verschlimmern kann.
- Stressmanagement: Techniken wie Meditation oder Yoga können helfen, den Stresspegel zu senken. Auch Aktivitäten, die Nähe und Wohlbefinden fördern, können in dieser Phase unterstützend sein – so auch bewusste Zweisamkeit oder Sexualität.
- Offene Kommunikation: Reden Sie mit Ihrer Partnerin, Ihrem Partner oder Freunden über Ihre Gefühle und Erfahrungen.
- Professionelle Unterstützung: Eine Fachperson kann individuelle Beratung bieten und mögliche Behandlungsoptionen aufzeigen.
Wann ist es ratsam, medizinische oder psychologische Hilfe aufzusuchen?
Wenn Sie bemerken, dass Stimmungsschwankungen, Energieverlust oder andere Symptome Ihren Alltag stark beeinträchtigen, könnte dies ein Anzeichen dafür sein, dass es Zeit ist für professionelle Unterstützung. Veränderungen im Schlafmuster, Libidoverlust und unerklärliche Gewichtszunahme sind weitere Signale, die nicht ignoriert werden sollten.
Eine Fachperson wie eine Ärztin oder ein Arzt kann durch Gespräche und eventuell notwendige Untersuchungen feststellen, ob es sich um eine Midlife-Crisis handelt, die emotionaler Unterstützung bedarf, oder um die Andropause, die möglicherweise eine medizinische Behandlung erfordert, weil Testosteron fehlt. Wichtig ist, dass Sie Ihre Gesundheit ernst nehmen und bei anhaltenden Beschwerden nicht zögern, professionelle Hilfe zu suchen.
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Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten der Andropause
Bei rund 20 Prozent der Männer wird eine Testosteronersatztherapie eingesetzt, um den Hormonspiegel wieder in Balance zu bringen und die Lebensqualität zu steigern. Diese Behandlung birgt jedoch einige Risiken und erfordert eine sorgfältige medizinische Überwachung, um mögliche Komplikationen wie Herz-Kreislauf-Probleme oder Prostatabeschwerden zu vermeiden.
Diese Therapie wird nötig, wenn Männer unter Symptomen wie Libidoverlust, Müdigkeit, Schlafstörungen oder depressiven Verstimmungen leiden und niedrige Testosteronwerte in Bluttests bestätigt werden. Klar ist aber: Nicht jeder Mann braucht eine Hormontherapie oder Medikamente. Eine Veränderung des Lebensstils mit gesunder Ernährung, regelmässiger Bewegung und einem guten Stressmanagement kann in den meisten Fällen bereits viel bewirken. Bei sexuellen Schwierigkeiten kann eine sexologische Beratung helfen, neue Wege zu einem erfüllten Sexualleben zu finden.
Andropause in der Partnerschaft: Wie können Sie unterstützen?
Die Andropause betrifft nicht nur den Mann selbst, sondern kann sich auch auf die Partnerschaft auswirken. Durch die hormonellen Veränderungen und deren Symptome können Unsicherheiten und Missverständnisse ausgelöst werden.
Deshalb ist es auch während der Andropause besonders wichtig, mit der Partnerin oder dem Partner im Gespräch zu bleiben. Wenn die Andropause zusammen mit den Wechseljahren der Partnerin als gemeinsames Projekt betrachtet wird, kann ein besseres gegenseitiges Verständnis entwickelt werden. Mehr zu den Wechseljahren mit den Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten finden Sie im Artikel «Wechseljahre: Was im Körper einer Frau passiert».
Auch Veränderungen der Libido oder der sexuellen Funktion können die Beziehung belasten. Ein offenes, wertfreies Gespräch kann helfen, Druck abzubauen und Intimität neu zu gestalten. Sexualität darf sich verändern – langsamer werden und anders aussehen. Denn es geht darum, gemeinsam neue Wege zu entdecken, die Intimität neu zu definieren und ein Verständnis füreinander zu entwickeln.
Führen die Veränderungen zu einer anhaltenden Belastung oder leidet die Qualität Ihrer Beziehung, kann eine psychologische Beratung sinnvoll sein.
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Über den Autor:
Dr. Antonios Liolios, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
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Dr. Antonios Liolios ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. In seinen Praxen in Delémont und Biel begleitet er Patientinnen und Patienten bei psychischen Belastungen und psychiatrischen Fragestellungen. Er unterstützt sie dabei, neue Perspektiven zu entwickeln und passende Schritte für ihren weiteren Weg zu finden.
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