Sexuell übertragbare Krankheiten (STI): So testet die Schweiz
STI in der Schweiz auf einen Blick
- 6 von 10 Personen in der Schweiz haben sich noch nie auf sexuell übertragbare Infektionen testen lassen.
- Stadt-Land-Graben: Auf dem Land haben 3 von 4 Personen noch nie einen STI-Test gemacht.
- STI-Tests werden mehrheitlich präventiv genutzt: Nur 8 % lassen sich wegen Symptomen testen.
- Fehlendes Wissen, Kosten oder Scham sind zentrale Gründe, wieso sich junge Menschen nicht testen lassen.
- Personen mit wechselnden Sexualpartnerinnen und -partnern testen häufiger.
Geschlechtskrankheiten sind in der Schweiz auf dem Vormarsch. Die jüngsten Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit verzeichnen einen Anstieg bei sexuell übertragbaren Infektionen wie Chlamydien (12’793 Fälle im Jahr 2024) oder Gonorrhoe (6’805 Fälle im Jahr 2024).
Das Testen auf STI gilt als wichtiges Mittel der Prävention. Wir wollten deshalb in Erfahrung bringen, wie oft sich die Schweizer Bevölkerung testen lässt und was sie von einem Test abhält.
Zum STI-Testverhalten
61 % haben sich noch nie auf STI testen lassen
Unsere repräsentative Umfrage der Schweizer Bevölkerung zeigt, dass sich nur 1 von 10 Personen in den vergangenen 12 Monaten auf sexuell übertragbare Infektionen hat testen lassen. 61 % aller Befragten haben noch nie einen STI-Test gemacht, bei knapp einem Drittel (30 %) ist dieser länger als 12 Monate her.
Männer lassen sich gleich häufig testen wie Frauen
Entgegen der weitverbreiteten Meinung, dass sich Frauen häufiger testen lassen als Männer, zeigt diese Studie keine signifikanten Unterschiede. 8 % der befragten Männer haben sich in den vergangenen 12 Monaten testen lassen, bei den Frauen waren es 6 %. Bei Tests, die länger als 12 Monate her sind, lag der Wert bei Frauen bei 31 % und bei Männern bei 30 %. Was die Befragung aber auch zeigt ist, dass Frauen signifikant öfter keinen Sexualpartner oder -partnerin hatten in den letzten 12 Monaten; Männer hingegen hatten signifikant öfter vier oder mehr Sexualpartnerinnen oder -partner.
Stadt-Land-Graben beim Testverhalten: 3 von 4 Personen aus ländlichen Gebieten haben sich noch nie testen lassen
Einen signifikanten Unterschied zeigt die Atupri-Umfrage auch zwischen Stadt und Land. Während sich in der Stadt 58 % der befragten Personen noch nie haben testen lassen, sind es auf dem Land gar 75 %.
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Gründe für einen STI-Test
Vorsorge und neue sexuelle Beziehungen als Hauptgründe für vergangene STI-Tests
Hauptgrund für den letzten STI-Test ist gemäss der Atupri-Umfrage in allen Altersklassen die routinemässige Vorsorge (31 %). Daneben sind das Eingehen einer neuen sexuellen Beziehung (27 %) und der ungeschützte Geschlechtsverkehr (14 %) die häufigsten Gründe, warum die befragten Personen ihren letzten STI-Test durchgeführt haben.
Die Daten deuten darauf hin, dass die routinemässige Vorsorge einer der Hauptgründe für die Unterschiede im Testverhalten zwischen Stadt und Land ist. Personen, die in der Stadt wohnen, geben die Vorsorge häufiger als Grund für einen Test an, als Personen vom Land.
Ältere Menschen lassen sich bei neuen sexuellen Beziehungen testen, jüngere verlassen sich auf das medizinische Fachpersonal
Die Gründe für einen STI-Test sind zwischen den Altersklassen relativ ähnlich. Personen über 55 Jahren lassen sich besonders häufig bei neuen sexuellen Beziehungen testen. Im Vergleich zu den anderen Altersklassen lassen sie sich mit 15 % auch öfters aufgrund von Symptomen oder gesundheitlichen Beschwerden testen.
Junge Menschen zwischen 15 und 34 Jahren lassen sich ebenfalls bei neuen Beziehungen und zur routinemässigen Vorsorge testen. Im Vergleich zur älteren Altersklasse jedoch häufiger auf Empfehlung von medizinischem Fachpersonal (10 %).
Tests dienen mehrheitlich der Prävention
In nur 8 % der Fälle führen Personen aufgrund von Symptomen oder gesundheitlichen Beschwerden einen Test durch. Damit wird klar: Die Schweizer Bevölkerung nutzt STI-Tests mehrheitlich als Mittel der Prävention und beim Eingehen einer neuen sexuellen Beziehung. Diese Erkenntnis steht der allgemein geltenden Auffassung gegenüber, dass sich Personen erst dann testen lassen, wenn bereits sicht- und spürbare Symptome aufgetreten sind.
Wer häufig wechselt, testet auch eher
Wer seine sexuelle Partnerin oder seinen sexuellen Partner im letzten Jahr öfters gewechselt hat, lies sich auch eher auf STI testen. 3 von 4 Personen, die im letzten Jahr wechselnde Partnerinnen oder Partner hatten, haben sich schon mindestens einmal auf STI testen lassen – entweder in den letzten 12 Monaten oder davor.
Die Ergebnisse zeigen, dass Personen mit wechselnden Sexualpartnerinnen oder -partnern über ein anderes Bewusstsein für sexuell übertragbare Infektionen verfügen.
Aber auch in der Gruppe, die im vergangenen Jahr zwei oder mehr sexuelle Kontakte hatte, sind vereinzelte Personen, die sich noch nie haben auf STI testen lassen. Gerade diese Personen haben ein deutlich höheres Risiko, sich mit Geschlechtskrankheiten anzustecken, und die Infektionen aufgrund eines anfänglich symptomfreien Verlaufs unbewusst an andere Personen weiterzugeben.
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Was sind sexuell übertragbare Infektionen (STI)?
STI sind Infektionen, die vor allem durch ungeschützten vaginalen, analen oder oralen sexuellen Kontakt übertragen werden. Verursacht werden sie durch Bakterien, Viren oder Parasiten. Viele STI verlaufen zunächst ohne Symptome, haben unbehandelt aber ernsthafte gesundheitliche Folgen und können teilweise zu Unfruchtbarkeit führen. Das Kondom gilt als eines der zuverlässigsten Verhütungsmethoden gegen die Übertragung von STI. Es bietet aber bei gewissen Geschlechtskrankheiten lediglich einen Schutz von bis zu 60 %. Mehr zur Funktion und Sicherheit der Kondome erfahren Sie in Artikel «Verhütung für den Mann: Möglichkeiten, Stand und Ausblick 2026».
Was ist der Unterschied zwischen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) und sexuell übertragbaren Krankheiten (STD)?
STI bezeichnet eine sexuell übertragbare Infektion mit oder ohne Symptome, während STD verwendet wird, wenn die Infektion bereits zu einer Erkrankung mit Beschwerden geführt hat. Weil viele Infektionen länger unbemerkt bleiben, aber trotzdem übertragbar sind, ist STI der präzisere Begriff und wird häufiger verwendet.
Was sind die häufigsten Infektionen?
- Chlamydien: Eine bakterielle Infektion, die oft symptomlos verläuft, aber unbehandelt zu Unfruchtbarkeit führen kann.
- Gonorrhoe (Tripper): Eine bakterielle Infektion, die Ausfluss, Schmerzen beim Wasserlassen und Entzündungen verursachen kann.
- Syphilis: Eine bakterielle Infektion, die in mehreren Stadien verläuft und unbehandelt schwere Organschäden verursachen kann.
- HIV (Human Immunodeficiency Virus): Eine Virusinfektion, die das Immunsystem angreift und unbehandelt zu AIDS führen kann.
- HPV (Humane Papillomaviren): Eine sehr häufige Virusinfektion, die Genitalwarzen und bestimmte Krebsarten auslösen kann. Die HPV-Impfung empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) allen Personen vor 26 Jahren.
- Herpes genitalis: Eine Virusinfektion, die schmerzhafte Bläschen im Genitalbereich verursacht und lebenslang im Körper bleibt.
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Gründe gegen einen STI-Test
Personen, die sich noch nie haben testen lassen, sehen keinen Anlass dafür
Die Umfrage zeigt, dass Personen, die bisher noch keinen STI-Test gemacht haben, keinen Grund dafür sehen und auch kein persönliches Risiko erkennen. Signifikant höher ist dieser Anteil bei älteren Personen: Bei den 35- bis 54-jährigen Personen sehen 94 % keinen Anlass für einen Test, bei den über 55-Jährigen sind es gar 96 %. Bei Personen unter 35 Jahren ist dieser Anteil mit 70 % deutlich geringer. Dort sind weitere Gründe gegen einen Test ausschlaggebend.
Fehlendes Wissen, Kosten und Scham schrecken vor allem jüngere Menschen ab
Bei 3 von 10 jungen Menschen zwischen 15 und 34 Jahren sind zudem folgende Gründe gegen einen STI-Test ausschlaggebend: fehlendes Wissen, wo und wie man sich testen lassen kann (10 %), STI-Test werden als zu teuer empfunden (12 %) oder das Testen ist den Befragten unangenehm und peinlich (11 %).
Fazit: Es besteht Luft nach oben
Testen ist Teil der Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten – dieses Verständnis ist auch in der Gesellschaft so verbreitet. Das verdeutlicht auch unsere Umfrage. Gerade jüngeren Menschen und Personen mit wechselnden Sexualpartnerinnen oder -partner scheinen über ein höheres Bewusstsein für STI-Tests zu verfügen.
Die Umfrage lässt aber auch aufhorchen:
- 3 von 4 Personen auf dem Land haben noch nie einen STI-Test durchgeführt.
- Jede 10. Person, die im vergangenen Jahr mehr als 4 sexuelle Kontakte hatte, sieht keinen Anlass für einen STI-Test.
- 33 % der jungen Personen, die sich noch nie haben testen lassen, geben als Grund entweder fehlendes Wissen, zu teure Tests oder Scham an.
Genau aus diesen Gründen engagieren wir uns als Gesundheitsversicherung für einen unkomplizierten, niederschwelligen und einfachen Zugang zu STI-Tests. Dafür steht auch unsere Partnerschaft mit «Health Yourself». «Health Yourself» bietet anonyme, einfache Testmöglichkeiten auf Geschlechtskrankheiten an, die von zu Hause aus durchgeführt werden können. Versicherte von Atupri Intense profitieren von einer Kostenübernahme von 75 % bis zu CHF 500.– pro Jahr.
Und weil auch beim Thema Sex gilt «Gesund ist, was dir guttut», finden Sie weitere Artikel rund um die sexuelle Gesundheit auf unserem Blog.
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Häufig gestellte Fragen zum Thema STI
Viele sexuell übertragbare Infektionen verlaufen zunächst symptomfrei, aber gerade deshalb sind regelmässige Tests so wichtig. Die Symptome können je nach Krankheit unterschiedlich stark ausfallen und hängen von der jeweiligen Infektion ab. Manche Beschwerden sind deutlich, andere wiederum so unspezifisch, dass sie leicht übersehen oder falsch eingeordnet werden. Zu den häufigsten Anzeichen gehören:
- Chlamydien: Ungewöhnlicher Ausfluss, Schmerzen beim Wasserlassen, Blutungen ausserhalb der Periode oder nach dem Geschlechtsverkehr.
- Gonorrhoe: Verstärkter Ausfluss (oft gelblich oder grünlich), Schmerzen im Unterbauch, Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen.
- Syphilis: Kleine, schmerzlose Geschwüre an der Infektionsstelle (meist im Genitalbereich), später Hautausschläge oder grippeähnliche Symptome. Unbehandelt kann die Syphilis sich zu einer Neurosyphilis entwickeln und zu Demenz, Persönlichkeitsveränderung, Psychosen, Sehstörung oder Organschäden führen.
- HIV: Grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Müdigkeit, Halsentzündung oder geschwollene Lymphknoten in der frühen Phase. HIV-Infektionen können im Spätstadium zu AIDS führen.
- Genitalwarzen (HPV): Weiche, erhabene oder flache Wucherungen im Genital- oder Analbereich. HPV kann ausserdem zu Krebs, insbesondere zu Gebärmutterhalskrebs führen.
- Herpes genitalis: Schmerzhafte Bläschen, die aufbrechen und sich entzünden können.
Weil gewisse Symptome unspezifisch sind und leicht mit anderen Erkrankungen verwechselt werden können, sollten Sie bei Unsicherheiten immer eine Ärztin oder ein Arzt konsultieren.
Je früher eine STI erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten und desto geringer ist das Risiko für langfristige gesundheitliche Schäden. Unbehandelte Infektionen können sich im Körper ausbreiten, Organe schädigen oder zu dauerhaften Beschwerden führen. Chlamydien beispielsweise sind eine Hauptursache für Unfruchtbarkeit, lassen sich aber leicht behandeln, wenn sie frühzeitig erkannt werden.
Darüber hinaus ist Vorsorge auch ein wichtiger Beitrag zum Schutz anderer – und sich selbst. Regelmässige Tests helfen, Infektionsketten zu unterbrechen und die Verbreitung sexuell übertragbarer Infektionen zu reduzieren. Hochansteckende Krankheiten wie Gonorrhoe können im Durchschnitt 10 bis 20 Menschen erreichen, bevor Symptome auftreten. Vorsorge bedeutet damit nicht nur Selbstfürsorge, sondern auch, Verantwortung für andere zu übernehmen.
Wie oft ein STI-Test sinnvoll ist, hängt vom individuellen Sexualverhalten und der aktuellen Lebenssituation ab:
- Personen mit wechselnden Sexualpartnerinnen und -partnern sollten sich idealerweise einmal im Jahr testen lassen.
- Bei einem Partnerwechsel oder ungeschütztem Verkehr sollte man sich testen lassen.
- Bei Symptomen wie Brennen, Ausfluss oder Hautveränderungen sollten Sie sofort handeln und zwecks STI-Tests eine Ärztin, einen Arzt oder eine entsprechende Fachstelle aufsuchen.
- Schwangere sollten sich früh testen lassen, um das Baby zu schützen.
- Hausarzt oder Fachärztin: Gynäkologinnen und Urologen sind meist die erste Anlaufstelle.
- Spezialisierte Kliniken: Gesundheitszentren bieten diskrete Tests an.
- Online-Dienste: Mit Testkits für zu Hause können Sie Proben einschicken und die Ergebnisse online abrufen, zum Beispiel beim Atupri-Partner «Health Yourself».
- Gespräch: Die Ärztin oder Arzt klärt individuelle Risikofaktoren ab.
- Tests: Abhängig vom Verdacht werden Blut- und Urinproben entnommen oder Abstriche gemacht.
- Beratung: Nach der Diagnose erhalten Sie Empfehlungen zur Behandlung oder Prävention.
Die meisten Tests sind diskret, schmerzfrei und in wenigen Minuten abgeschlossen.
Über den Autor:
Dr. Antonios Liolios, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
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Dr. Antonios Liolios ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. In seinen Praxen in Delémont und Biel begleitet er Patientinnen und Patienten bei psychischen Belastungen und psychiatrischen Fragestellungen. Er unterstützt sie dabei, neue Perspektiven zu entwickeln und passende Schritte für ihren weiteren Weg zu finden.
Über die Studie
Die von Atupri in Auftrag gegebene Studie zum Thema sexuelle Gesundheit wurde im Frühjahr 2026 durchgeführt. Befragt wurden durch die DemoSCOPE AG insgesamt 1'023 Personen in der Deutsch- und Westschweiz ab 15 Jahren.
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