Veröffentlicht am 23.03.2026 in Lebensphasen, Prävention

Verhütung für den Mann: Möglichkeiten, Stand und Ausblick 2026

Verhütung schützt vor ungewollten Schwangerschaften und ist ein zentraler Bestandteil von Safer Sex. Während es für Frauen viele Verhütungsmittel gibt, sind die Methoden beim Mann begrenzt. Erfahren Sie, wie Mann heute und in Zukunft verhüten kann und warum Verhütung keine reine Frauensache ist.

Verhütung für den Mann auf einen Blick 

  • Verhütung schützt vor Schwangerschaften und vor gewissen sexuell übertragbaren Infektionen. 
  • Für Männer gibt es aktuell nur zwei wirksame Methoden: Kondom und Vasektomie. 
  • Kondome bieten zusätzlich Schutz vor sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten, der Schutz ist aber stark von der korrekten Anwendung abhängig. 
  • Neue Verhütungsmethoden wie die Pille für den Mann werden erforscht, sind aber noch nicht marktreif. 
  • Die Grundversicherung übernimmt keine Verhütungskosten für Männer. Einige Zusatzversicherungen wie Atupri Intense beteiligen sich an der Vasektomie. 

Warum wir überhaupt verhüten – Empfängnisverhütung und Safer Sex 

Verhütung soll einerseits vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen, andererseits das Risiko von sexuell übertragbaren Infektionen (STI) verringern. Letzteres ist als ein wesentlicher Teil der «Safer Sex»-Praktik bekannt. 

Während es eine Vielzahl an Verhütungsmethoden und -mitteln zur Vermeidung einer ungewollten Schwangerschaft gibt – vor allem für Frauen – bieten lediglich Kondome einen Schutz vor gewissen sexuell übertragbaren Infektionen. Wichtig zu betonen ist, dass Kondome nicht bei allen STI gleichermassen Schutz bieten. Mehr dazu lesen Sie auch im Artikel «Sexuell übertragbare Krankheiten (STI): So testet die Schweiz». 

Es gibt aber auch weitere Schutzstrategien. So ist bei gewissen sexuell übertragbaren Krankheiten wie Humane Papillomviren (HPV), Hepatitis oder Affenpocken eine Impfung möglich. Es gibt ausserdem Medikamente zum Schutz vor HIV-Infektionen. Je nach Lebenssituation sind auch regelmässige Tests auf Geschlechtskrankheiten sinnvoll. 

Kondome als wichtiger Bestandteil von Safer Sex 

Um die Aufmerksamkeit für Safer Sex zu stärken, hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zwei Safer-Sex-Regeln entwickelt: 

  1. Vaginalsex und Analsex mit Kondom 
  2. Einen persönlichen Safer-Sex-Check auf lovelife.ch absolvieren, um persönliche und anonyme Safer-Sex-Empfehlungen zu erhalten 

«Der Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten ist grundlegend für die eigene sexuelle Gesundheit sowie derjenigen von anderen. Schützen wir also, was uns wichtig ist.» 

Miriam Siegenthaler, Sexologin M.A | FSS 

Pearl-Index als Sicherheitsmass für Verhütungsmittel 

Der Pearl-Index zeigt, wie sicher ein Verhütungsmittel bei der Empfängnisverhütung ist. Er gibt an, wie viele von 100 Frauen innerhalb eines Jahres trotz Verhütung mit der gewählten Methode schwanger werden. Je niedriger der Wert, desto zuverlässiger ist die Methode. Wichtig: Der Pearl-Index unterscheidet oft zwischen «korrekter Anwendung» und «typischer Anwendung» im Alltag. Das verdeutlicht: Ein nicht korrekt angewendetes Kondom erhöht das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft oder einer Ansteckung mit STI.


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Verhütung für den Mann: nur zwei wirksame Verhütungsmethoden 

Während es für Frauen eine Vielzahl an Verhütungsmethoden gibt, sind die Optionen an Verhütungsmitteln für den Mann stark beschränkt. Auch im Jahr 2026 gelten gerade einmal zwei Verhütungsmethoden für den Mann als wirksam: 

Kondome: Schutz vor Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Krankheiten

Kondome sind das bekannteste und am weitesten verbreitete Verhütungsmittel für Männer. Das Kondom ist gegenwärtig das einzige selbst anwendbare Verhütungsmittel für den Mann. Es bietet bei korrekter Anwendung einen einfachen, günstigen und zuverlässigen Schutz vor HIV wie auch vor ungewollter Schwangerschaft.

Kondome wirken als mechanische Barriere und verhindern, dass Spermien in die Gebärmutter gelangen, sowie den direkten Kontakt von Körpersekreten. 

Bei korrekter Anwendung bieten Kondome einen bis zu 90-prozentigen Schutz vor HIV. Bei anderen STI beträgt der Schutz geschätzte 60 Prozent (Deutsches Bundesministerium für Gesundheit). 

Der Pearl-Index liegt zwischen 3 und 15. Das bedeutet, dass zwischen 3 und 15 Frauen, die ein Jahr lang mit Kondom verhüten, ungewollt schwanger geworden sind. Die Verhütungssicherheit bei einer ungewollten Schwangerschaft ist stark abhängig von der korrekten Anwendung. 

  • Damit Kondome nicht reissen oder abrutschen, muss die richtige Grösse verwendet werden. 
  • Kondome so aufbewahren, dass die Verpackung nicht beschädigt wird. An der Sonne und im Portemonnaie sind keine gute Idee. 
  • Auf das Gleitgel achten – fetthaltige oder ölige Gleitgele oder Alternativen (Handcreme, Vaseline) greifen das Latex an. 
  • Bei Sex mit mehreren Personen bei jedem Personenwechsel ein neues Kondom verwenden. 

Direkte Nebenwirkungen von Kondomen sind keine bekannt. Es gibt aber Menschen, die allergisch auf Latex reagieren. Für solche Fälle stehen latexfreie Varianten zur Verfügung. 

Die Grundversicherung beteiligt sich nicht an den Kosten für die Verhütung. Zusatzversicherungen wie Atupri Intense beteiligen sich an anderen Methoden der Empfängnisverhütung wie beispielsweise an der Antibabypille oder Spiralen, nicht aber an den Kosten für Kondome. 

Vasektomie: Verhütung über Sterilisation

Die Vasektomie, auch Sterilisation des Mannes genannt, ist eine dauerhafte Verhütungsmethode für Männer. Der operative Eingriff eignet sich vor allem dann, wenn kein Kinderwunsch besteht oder die Familienplanung abgeschlossen ist. Die Vasektomie gilt als dauerhaft – eine operative Rückgängigmachung – die sogenannte Refertilisierung – ist jedoch möglich. Die Erfolgschancen dieses Eingriffs liegen aber nicht bei 100 Prozent.

Bei der Vasektomie handelt es sich um einen ambulanten operativen Eingriff, bei dem die Samenleiter durchtrennt werden. Die Operation dauert in der Regel weniger als eine Stunde. Sowohl im Spital als auch bei Urologinnen und Urologen wird eine Vasektomie durchgeführt. 

Die Vasektomie ist eine sehr sichere Methode der Empfängnisverhütung. Der Pearl-Index liegt bei 0.1. Das heisst, dass von 1'000 Frauen, die in einem Jahr mit einem sterilisierten Partner Sex hatten, nur eine Frau ungewollt schwanger wurde. 

  • Vor einer Unterbindung erfolgt ein Gespräch mit einer Urologin oder einem Urologen, die über die Folgen des Eingriffs aufklären. 
  • Der ambulante Eingriff erfolgt mit einer örtlichen Betäubung. Nach der Operation müssen Sie sich für rund 10 Tage schonen, können aber bereits einen Tag nach der OP fast alle körperlichen Tätigkeiten ausüben. 
  • Eine Vasektomie gilt als reversibel. Zwar ist über eine mikrochirurgische Operation eine Wiedervereinigung der durchtrennten Samenleiter möglich, dies führt aber nicht in allen Fällen zu einer erneuten Zeugungsfähigkeit. 

Die Vasektomie gilt als risikoarm. Die Komplikationsrate ist tief. Nach dem Eingriff ist aber mit Schmerzen, Nachblutungen sowie einem Bluterguss mit Schwellung zu rechnen. Selten kommt es zu Entzündungen, Wucherungen oder anderen Nebenwirkungen. 

Viele Männer haben die Befürchtung, dass die Vasektomie das Sexualleben oder ihre Männlichkeit beeinflusst. Dem ist aber nicht so. Der Hormonhaushalt bleibt unverändert. Das gilt auch für den sexuellen Antrieb, die Erektionsfähigkeit und die Ejakulation. 

Die Krankenkassen Grundversicherung beteiligt sich nicht an einer Vasektomie. Es gibt jedoch Zusatzversicherungen, die einen Teil der Kosten einer Unterbindung sowohl bei Männern als auch bei Frauen übernehmen. So beteiligt sich beispielsweise Atupri Intense mit 75 Prozent und bis zu CHF 1'000.– an den Kosten einer Vasektomie. 

Wie verhütet Mann in Zukunft? An diesen Verhüttungsmitteln wird geforscht 

Die Entwicklung von Verhütungsmitteln für Männer wurde lange vernachlässigt. Das hat sowohl finanzielle, gesellschaftliche als auch medizinische Gründe. So wurden verschiedene Verhütungsmethoden zwar erforscht, haben den Weg zur Marktreife bisher jedoch nicht geschafft. 

Aktuell tut sich aber einiges. Darum wagen wir den Blick in die Zukunft der Verhütungsmethoden für den Mann. Diese Verhütungsmittel werden aktuell erforscht: 

Die Pille für den Mann 

An der Pille für den Mann wird bereits seit den 1960er Jahren geforscht. Die hormonellen Ansätze führten aber zu Nebenwirkungen wie Stimmungsschwankungen, Akne oder Gewichtszunahme. Also ähnliche Nebenwirkungen wie sie Millionen von Frauen seit Jahrzehnten mit der Antibabypille erleben. Diese Nebenwirkungen sind einer der Hauptgründe für eine ausbleibende Markteinführung der Pille für den Mann. 

Vielversprechend sind aber nicht-hormonelle Pillen. Die Pille YCT-529 bestand erst im Jahr 2025 die erste klinische Prüfung. Der Wirkstoff der Pille blockiert ein Protein, das für die Spermienproduktion notwendig ist, ohne hormonelle Veränderungen herbeizuführen. Bei Labormäusen und Tests mit Makaken-Affen war diese Pille bis zu 99 Prozent wirksam bei der Verhinderung der Schwangerschaft. Erste Tests bei Männern zeigen, dass keine substanziellen Nebenwirkungen auftreten. 

Hormonelle Gels und Spritzen mit Testosteron 

Im Bereich der hormonellen Verhütung werden neben der Pille auch andere Ansätze erforscht. Dazu zählt etwa das Hormongel für Männer. Dieses besteht aus einer Kombination von Testosteron und Nestoron und wird auf die Haut der Schulter aufgetragen. Ziel ist es, die Spermienproduktion so stark einzuschränken, dass eine Schwangerschaft ausbleibt. Erste Studien zeigen, dass es etwa acht Wochen dauert, bis der Schutz einsetzt. 

Der Nachteil liegt aber – wie bei der Antibabypille für Frauen – in Nebenwirkungen wie Akne oder Gewichtszunahme. 

Ein ähnliches Prinzip gilt bei Testosteronspritzen, die regelmässig in den Hintern gespritzt werden und die Spermienproduktion verhindern sollen. Auch hier gelten die Nebenwirkungen als Problem. 

Thermische Verhütung durch die Erwärmung der Hoden 

Das Prinzip der thermischen Verhütung für den Mann liegt darin, die Hoden durch Produkte wie spezielle Unterwäsche, Wärmepads oder einen Ring zu erwärmen und so die Spermienproduktion zu hemmen. 

Ein Beispiel sind Silikonringe, die um Penis und Hodensackhaut gezogen werden. Der Ring drückt die Hoden schmerzfrei ins Körperinnere, wodurch sich die Temperatur in den Hoden erwärmt, und die Spermienproduktion reduziert wird. Wird der Ring während 15 Stunden pro Tag getragen, bilden sich nach rund zwei Monaten keine neuen Spermien mehr. Die Wirkung muss jedoch mit einem Spermiogramm geprüft werden. 

Die Methode gilt aber noch als unzureichend erforscht, auch in Bezug auf die dauerhafte Schädigung der Spermienproduktion. 

Weitere Verhütungsmethoden für den Mann 

Neben hormonellen Verhütungsmethoden sowie Verhütungsmitteln, die die Samenleiter blockieren, gibt es auch weitere Ansätze für Männer: 

  • Vasalgel: Beim Vasalgel handelt es sich um ein hormonfreies Polymer-Gel, das in die Samenleiter injiziert wird. Das Gel blockiert die Samenleiter, sodass Spermien nicht mehr in die Samenflüssigkeit gelangen können. Bei Tieren verliefen Studien erfolgreich. Die Zulassung für den Gebrauch beim Menschen steht aber noch aus. 
  • Samenleiterventil: Es wird ein mechanisches Ventil in die Samenleiter eingesetzt, das per Schalter an- und ausgeschaltet werden kann. Der Mann kann selbst entscheiden, wann Spermien in die Samenflüssigkeit gelangen und wann nicht. Es fehlen aber klinische Studien und die Entwicklung geriet in den letzten Jahren ins Stocken. 
  • Molekulare Ansätze: Diese Ansätze befinden sich noch in der Grundlagenforschung, gelten aber als vielversprechend. Mit Molekülen sollen Ionenkanäle in den Spermien gehemmt werden, was eine Befruchtung verhindern soll. Es sind aber noch umfangreiche klinische Studien nötig. 

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Was bezahlt die Krankenkasse bei der Verhütung von Männern? 

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung beteiligt sich nicht an Verhütungsmitteln – weder für Frauen noch für Männer. Einige Zusatzversicherungen beteiligen sich aber an den Kosten der Verhütung. 

Bei Atupri Intense ist dies sogar überdurchschnittlich der Fall. So übernehmen wir bei der Empfängnisverhütung 75 Prozent der Kosten bis zu CHF 1'000.–. Bei Frauen beteiligen wir uns an der Antibabypille, Implanonen, Spiralen, Dreimonatsspriten und dem Vaginalring. Und bei den Männern an der Vasektomie. 

Passende Zusatzversicherung

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Mein Tipp als Sexologin: Verhütung ist Teamarbeit – darum sollten auch Männer Verantwortung übernehmen 

«Verhütung ist Frauensache» – diese Einstellung ist auch im Jahr 2026 noch weitverbreitet. Das erlebe ich auch in meinem Alltag als Sexologin. Dazu beitragen dürfte vermutlich, dass es bislang nur wenige Verhütungsmittel für Männer gibt.  

Doch der Gedanke der gemeinsamen Verantwortung für die Empfängnis-, respektive Zeugungsverhütung setzt sich mehr und mehr durch. Das ist auch gut so. 

So sprechen viele Gründe dafür, dass Verhütung eine partnerschaftliche Verantwortung ist: 

  • Nachwuchs: Ob geplant oder ungeplant, er betrifft beide. Darum sollte auch die Frage der Verhütung gemeinschaftlich geklärt werden. 
  • Psychische Belastung: Das Gefühl, die alleinige Verantwortung für die Verhütung zu haben, kann belastend sein. Die geteilte Verantwortung entlastet die Frau und erhöht die Sicherheit. 
  • Nebenwirkungen: Hormonelle Verhütungsmittel für Frauen haben oft deutlich spürbare Nebenwirkungen. Wollen diese vermieden werden, sollten sich Paare gemeinsam über alternative Möglichkeiten unterhalten. 
  • Beziehung und Kommunikation: Verhütung ist Teil jeder heterosexuellen Beziehung. Ein offenes Gespräch über Wünsche, Risiken und Verantwortung kann positiv zur Beziehung beitragen.  

Zu beachten ist auch, dass Verhütung kein einmaliges Thema ist. Bedürfnisse und Wünsche verändern sich je nach Lebensphase. Auch über diese sollten Sie in der Beziehung sprechen.

Let’s talk about sex, baby!  

Wie gelingt ein offenes Gespräch über Wünsche, Vorlieben und Grenzen beim Sex? Haben wir uns auch gefragt – und darum einen Leitfaden entwickelt. Für ein Gespräch ganz ohne Scham und Stress, spielerisch und offen.

Über die Autorin: 

Miriam Siegenthaler, Sexologin M.A | FSS 

Miriam Siegenthaler ist Sexologin (Master of Arts) und Medien- & Kommunikationsbeauftragte des Fachverbandes für Sexologie Schweiz (FSS). In ihrer Praxis in Bern begleitet sie Einzelpersonen, Paare und Menschen in Mehrpersonensettings bei Fragen rund um Sexualität, Beziehung und sexuelle Gesundheit. Dabei unterstützt sie Menschen dabei, ihre eigenen Bedürfnisse bewusster wahrzunehmen und einen stimmigen Umgang mit Körper, Lust und Beziehung zu entwickeln. 

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