Veröffentlicht am 23.03.2026 in Lebensphasen, Prävention

Fruchtbarkeit beim Mann: Spermienqualität verbessern

Ein unerfüllter Kinderwunsch ist für Paare auf die Dauer sehr belastend. Eine Ursache für das Ausbleiben der Schwangerschaft kann die Spermienqualität sein. Männer, die auf einen gesunden und aktiven Lebensstil achten, können ihre Spermienqualität allein dadurch oft schon verbessern. Erfahren Sie, was eine gesunde Qualität sonst noch begünstigt und worauf Männer ihrer Fruchtbarkeit zuliebe verzichten sollten.

Verbesserung der Spermienqualität auf einen Blick 

  • Die Spermienqualität beeinflusst die männliche Fruchtbarkeit stark – oft ist sie ein Grund für unerfüllten Kinderwunsch. 
  • Ein Spermiogramm zeigt, wie viele Spermien vorhanden sind,  und wie gut sie sich bewegen und wie sie geformt sind. 
  • Ein gesunder Lebensstil mit Bewegung, ausgewogener Ernährung und wenig Stress kann die Qualität deutlich verbessern. 
  • Rauchen, Alkohol, Übergewicht und Hitze (z. B. Sauna oder Laptop auf dem Schoss) wirken sich negativ aus. 
  • Verbesserungen brauchen Zeit: Neue Spermien reifen etwa drei Monate. 
  • Die Grundversicherung zahlt ein Spermiogramm bei ärztlicher Verordnung, Zusatzversicherungen wie Atupri Intense übernehmen teils weitere Vorsorgeleistungen. 

Wie erkennt man gesundes Sperma? 

Die Gesundheit des Spermas lässt sich nicht von blossem Auge erkennen. Es gibt jedoch gewisse Anzeichen, die auf eine verminderte Qualität hindeuten. Dazu gehört ein vermindertes Ejakulat-Volumen oder die Farbe des Spermas, die milchig und nicht klar oder gelblich sein sollte. 

Eine genaue Analyse über Zustand und Qualität der Spermien wird aber von Ärztinnen und Ärzten im Rahmen eines Spermiogramms durchgeführt. 

Spermiogramm: Analyse der Spermienqualität 

Bei einem Spermiogramm werden die Form, Geschwindigkeit und Anzahl der Spermien analysiert. Häufiger Grund für ein Spermiogramm ist der Kinderwunsch bei Paaren. Bei etwa der Hälfte aller Paare mit Kinderwunsch liegt die Ursache für die Fruchtbarkeitsprobleme beim Mann. Ärztinnen und Ärzte raten Paaren, die seit einem Jahr versuchen, schwanger zu werden, zu einer solchen Samenanalyse. 

Dabei soll herausgefunden werden, ob die Qualität der Spermien einen Einfluss auf die Fruchtbarkeit des Mannes und damit auf eine mögliche Schwangerschaft hat. Die Anzahl Spermien ist dabei nur ein Faktor – viel wichtiger sind deren Beweglichkeit und Form. 

Von gesundem Sperma sprechen Ärztinnen und Ärzte, wenn folgende Werte erreicht sind: 

  • Spermavolumen: Das Ejakulat-Volumen sollte mehr als 1.5 Milliliter betragen, was etwa einem Drittel eines Teelöffels entspricht. 
  • Spermienanzahl: Das Ejakulat sollte mehr als 39 Millionen Spermien enthalten. 
  • Spermienbeweglichkeit: Rund die Hälfte dieser Spermien sollten sich vorwärtsbewegen können. 
  • Spermienform: Über vier Prozent der Spermien sollten normal geformt sein. 

Ein anderer Grund für die Durchführung eines Spermiogramms kann die Überprüfung von alternativen Verhütungsmethoden, wie der thermischen Verhütung, sein. 

Bezahlt die Krankenkasse ein Spermiogramm? 

Ja, die Grundversicherung beteiligt sich an den Kosten für ein Spermiogramm, sofern es von einer Ärztin oder einem Arzt verordnet wird. Zusatzversicherungen wie Atupri Intense übernehmen darüber hinaus Kosten für Vorsorgeuntersuchungen und Check-ups. 

Wie kann die Spermienqualität verbessert werden? 

Wer auf einen gesunden und aktiven Lebensstil achtet, kann dadurch die Spermienqualität oftmals schon verbessern. Daneben gibt es noch weitere Möglichkeiten, wie Männer die Qualität ihrer Spermien positiv beeinflussen können.

Regelmässiger Geschlechtsverkehr 

Wer einen Kinderwunsch hat, sollte im Optimalfall zwei bis dreimal pro Woche Sex haben – insbesondere während der fruchtbaren Tage vor dem Eisprung. Wann diese Tage genau sind, erfahren Sie im Artikel «Den Zyklus der Frau verstehen: Phasen, Stimmung und Fitness». 

Damit soll nicht nur die Wahrscheinlichkeit der Befruchtung erhöht werden, auch die Qualität der Spermien wird dadurch verbessert. Denn einerseits fördert häufiger Geschlechtsverkehr die Beweglichkeit der Spermien. Andererseits wird durch den Abstand von zwei bis drei Tagen zwischen dem Geschlechtsverkehr die Spermienzahl pro Samenerguss maximiert. 

«Bewegung und Sport, gesunde Ernährung und Vermeidung von Noxen können zu einer Verbesserung der männlichen Fruchtbarkeit führen.» 

Dr. Antonios Liolios, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 

Am wichtigsten ist, dass Paare die Lust und Freude am Sex behalten. 

Miriam Siegenthaler, Sexologin M.A | FSS, weiss aus ihrer Erfahrung:  
«Das Thema Kinderwunsch kann für Paare sehr belastend sein und Druck auslösen, der sich negativ auf die Lust zum und am Sex auswirken kann. Deshalb ist es wichtig, dass Paare mit unerfülltem Kinderwunsch nach Möglichkeiten suchen, ihre Lust und Freude am Sex zu behalten. Professionelle Unterstützung, offene Gespräche über Wünsche, Hindernisse oder Vorlieben und Alternativen zum bekannten Sex können dafür ein Schlüssel sein.» 

Aus diesem Grund haben wir einen Leitfaden entwickelt, der Paaren ein Gespräch über Sex möglichst offen ermöglichen soll – ohne Scham oder Stress. 

Auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten 

Grundsätzlich gilt: Was gesund für Ihren Körper ist, ist auch gesund für Ihre Spermien. Eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung unterstützt die Bildung gesunder, beweglicher Spermien. Dazu gehören: 

  • Viel frisches Obst und Gemüse 
  • Ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie Hülsenfrüchte, Nüsse oder Haferflocken 
  • Fisch, der reich an Omega-3-Fettsäuren ist, wie beispielsweise Lachs 
  • Pflanzliche Öle wie Olivenöl, Leinöl oder Rapsöl 
  • Ausreichende Flüssigkeit in Form von Wasser oder Tee 
  • Verzicht auf Junk-Food, Zucker sowie Alkohol 


Einen aktiven Lebensstil fördern 

Regelmässige körperliche Bewegung regt den Stoffwechsel an und trägt zu einem stabilen Hormonhaushalt bei. Damit wird die Spermienqualität insgesamt signifikant verbessert. 

Dazu gehören leichtes Ausdauer- oder Krafttraining, aber auch die tägliche Bewegung zu Fuss. 

Eine zu hohe körperliche Belastung wie beispielsweise zwei Stunden Training täglich sind dagegen weniger ratsam, da der eigene Körper hier wieder Stress ausgesetzt ist.

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Wie lange dauert es, bis sich die Spermienqualität verbessert?

Der Körper benötigt etwa drei Monate, um neue Spermien zu produzieren und diese reifen zu lassen. Um die Qualität nachhaltig zu verbessern, muss der Lebensstil deshalb nicht nur kurzfristig, sondern über drei Monate – und sinnvollerweise darüber hinaus – verändert werden. Erst dann zeigen sich messbare Veränderungen in der Spermienqualität. 


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Für eine niedrige Hodentemperatur sorgen 

Die Hoden befinden sich ausserhalb des Körpers, da die Spermienproduktion am besten bei Temperaturen unterhalb der normalen Körpertemperatur funktioniert. Eine heisse Umgebung kann die Anzahl und Beweglichkeit der Spermien verringern. Deshalb sollten Männer darauf achten, dass ihre Hoden kühler bleiben als die Körpertemperatur. 

  • Wer lange Zeit sitzt, sollte darauf achten, von Zeit zu Zeit aufzustehen und sich zu bewegen. 
  • Hitzequellen, wie der Laptop auf dem Schoss, sollten vermieden werden. 
  • Regelmässige Hitze in Form heisser Bäder oder Saunagänge sollten für die Zeit, in der ein konkreter Kinderwunsch besteht, vermieden werden. 
  • Die Auswirkungen unterschiedlicher Arten von Unterhosen oder Boxershorts auf die Spermienqualität konnte bislang in Studien nicht nachgewiesen werden. Wer aber eine mögliche Überhitzung der Hoden aufgrund zu enger Boxershorts vermeiden möchte, kann mit weiteren Unterhosen auf Nummer sicher gehen. 

Faktoren, welche die Spermienqualität negativ beeinflussen 

Genau gleich, wie ein gesunder Lebensstil die Qualität der Spermien positiv beeinflusst, beeinflusst ein ungesunder Lebensstil die Qualität negativ. Daneben gibt es Faktoren wie das Alter oder Erkrankungen, die sich ebenfalls negativ auf die Qualität der Spermien auswirken. Wichtig ist, dass Männer die Faktoren in ihrem Alltag minimieren, die sie durch ihren Lebensstil direkt beeinflussen können. 

Folgende Faktoren wirken sich negativ auf die Spermienqualität aus: 

  • Stress und körperliche Belastungen: Stress und Belastung bringen den Hormonhaushalt beim Mann aus dem Gleichgewicht, hemmen die Produktion von Testosteron und damit die Bildung gesunder und beweglicher Spermien. 
  • Konsum von Alkohol und Drogen: In grösseren Mengen oder bei täglichem Konsum schädigt Alkohol nachweislich die Qualität der Spermien. Auch Drogen wie Cannabis oder Kokain können sich negativ auf die Spermienqualität auswirken. Gleiches gilt für Anabolika, das zusätzlich zu Erektionsproblemen und Verlust der Libido führen kann. 
  • Rauchen: Wer raucht, produziert nicht nur weniger Spermien, sondern reduziert auch deren Beweglichkeit und verändert ihre Form bis hin zu Genschäden. 
  • Medikamente: Es gibt Medikamente, welche die Spermienproduktion einschränken können. Dazu gehören Chemotherapien oder die Langzeitanwendung von gewissen Antibiotika. Wenden Sie sich bei Fragen oder Unsicherheiten an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. 
  • Übergewicht: Bei Übergewicht verändert sich der Hormonhaushalt. Der Testosteronspiegel sinkt, was zu einer verringerten Qualität und Quantität der Spermien führt. Ausserdem kann der Anstieg der Hodentemperatur bei übergewichtigen Männern zur verringerten Spermienqualität führen. 
  • Erkrankungen: Erkrankungen wie Störungen der Schilddrüse, Niere oder Leber, aber auch Diabetes oder Bluthochdruck können die Spermienqualität negativ beeinflussen – insbesondere deren Anzahl und Beweglichkeit. 
  • Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die Spermienqualität ab, da eine geringere Anzahl Spermien produziert wird und diese weniger beweglich sind. 
  • Gleitmittel: Viele handelsübliche Gleitmittel sind nicht spermienfreundlich und können die Beweglichkeit oder Lebensfähigkeit der Spermien stark reduzieren. Für Paare mit Kinderwunsch gibt es speziell entwickelte Gleitmittel. 

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Mythen zur männlichen Fruchtbarkeit: Welche stimmen tatsächlich?

Nicht eindeutige Studienergebnisse gepaart mit einer Menge an Halbwissen, das sich über die Jahre entwickelt und verfestigt hat: Wenn es um die männliche Fruchtbarkeit geht, existieren viele Vorstellungen, was die Qualität der Spermien beeinflussen kann. Hier meine kurze Einordnung als Arzt zu weitverbreiteten Mythen.

Das stimmt so nicht ganz. Eine Studie hat zwar einen Zusammenhang zwischen erhöhtem Handykonsum und geringerer Spermienkonzentration nachgewiesen. Die Studie konnte aber nicht eindeutig bestätigen, dass das Handy in der Hosentasche schädlicher ist für die Spermien als anderswo am Körper. Expertinnen und Experten raten aber trotzdem, das Handy aufgrund der Strahlung und der Hitzebildung nicht in der Hosentasche zu tragen, um die Qualität der Spermien nicht unnötig einzuschränken. 

Es gibt Studien, die besagen, dass die Spermienanzahl weltweit abnimmt und sich das in den Jahren seit 2000 merklich beschleunigt hat. Pro Jahr sinkt die durchschnittliche Spermienanzahl um etwa 2.5 %. Unklar ist, wie stark dieser Rückgang auch die Qualität der Spermien, also ihre Beweglichkeit und Form, beeinflusst. 

Dieser Mythos stimmt teilweise. Eine kurzzeitige Ansammlung von Spermien während zwei bis vier Tagen vor dem Geschlechtsverkehr kann die Fruchtbarkeit erhöhen. Der Grund ist, dass während dieses Zeitraums die Spermienzahl maximiert werden kann. Wartet man aber zu lange mit dem Geschlechtsverkehr, sterben Spermien ab und die Qualität verringert sich. 

Wenn ein konkreter Kinderwunsch besteht, lohnt es sich, das Ansammeln der Spermien und den Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrts auf den Eisprung der Partnerin zu timen. Um besser zu verstehen, wann der Eisprung bei der Frau eintritt, können Sie unseren Artikel zum weiblichen Zyklus lesen. 

Nein, das stimmt so nicht. Die Fähigkeit zur Ejakulation ist nicht gleichzusetzen mit der Fruchtbarkeit. Entscheidend ist die Anzahl beweglicher und normal geformter Spermien, die im Ejakulat enthalten sind. Auch Männer, die eine Vasektomie durchführen, ejakulieren weiterhin, sind aber nicht mehr fruchtbar, wie der Artikel zu den Verhütungsmethoden für den Mann erläutert. 

Über den Autor: 

Dr. Antonios Liolios, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 

Dr. Antonios Liolios ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. In seinen Praxen in Delémont und Biel begleitet er Patientinnen und Patienten bei psychischen Belastungen und psychiatrischen Fragestellungen. Er unterstützt sie dabei, neue Perspektiven zu entwickeln und passende Schritte für ihren weiteren Weg zu finden. 

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