Veröffentlicht am 06.10.2025 in Mentale Gesundheit

Der Winterblues: So beugen Sie eine Winterdepression vor

Macht Ihnen die Dunkelheit im Winter zu schaffen? Die Rede ist dann oft vom Winterblues oder der Winterdepression. Bewegung, Licht und soziale Kontakte können helfen, den Winterblues vorzubeugen und zu vertreiben. Wir erklären, was es mit dem Winterblues auf sich hat und geben Ihnen sechs Tipps zur Prävention und Bekämpfung einer Winterdepression.
Atupri - Frau trinkt Tee

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und unsere Abende verbringen wir wieder häufiger zu Hause auf dem Sofa. Was manche als «gemütliche Jahreszeit» schätzen, belastet die mentale Gesundheit zahlreicher Menschen in der Schweiz.  

Die Dunkelheit im Herbst und Winter löst bei ​vielen eine regelrechte Winterdepression aus. Doch keine Sorge – es gibt Mittel und Wege, diesem Gefühl entgegenzuwirken und die dunklen Monate im Herbst und Winter besser zu überstehen. 

Winterblues und Winterdepression – was ist das überhaupt? 

Der Winterblues ist ein vorübergehendes Stimmungstief, das mit den kürzeren Tagen und dem geringeren Sonnenlicht im Herbst und Winter zusammenhängt. In der Herbst- und Winterzeit erleben viele Menschen einen seelischen Winterschlaf.  

Dabei handelt es sich um mehr als nur um eine kleine Verstimmung: Das Phänomen, das wir als Herbst- oder Winterblues kennen, wird medizinisch auch als «saisonal abhängige Depression (Seasonal Affective Disorder, SAD)» bezeichnet. Die Winterdepression ist eine ausgeprägtere Form des Winterblues.  

Sowohl bei der Winterdepression als auch beim Winterblues gehören Müdigkeit, Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Interessenverlust oder eine allgemeine Energielosigkeit zu den typischen Symptomen. Diese sind beim Winterblues aber weniger intensiv, von kürzerer Dauer – und verschwinden in der Regel mit der Rückkehr des Sonnenlichts. 

Wollen Sie dem Winterblues aktiv entgegenwirken und Ihre Stimmung gezielt stärken? Gemeinsam mit Aepsy haben wir ein kostenloses Workbook mit bewährten Strategien rund um Bewegung, Lichtnutzung und soziale Wärme erstellt – für einen stärkeren Alltag in den dunklen Monaten. 

Ursachen der Winterdepression: der Mangel an Sonnenlicht 

Die Hauptursache für die Winterdepression ist der Mangel an Sonnenlicht. So wirkt sich das auf unseren Körper aus: 

Mehr Melatonin in den Wintermonaten 

Weniger Sonnenlicht bedeutet, dass der Körper mehr Melatonin produziert – ein Hormon, das für Müdigkeit verantwortlich ist. In den Herbst- und Wintermonaten fühlen wir uns deshalb tagsüber ungewöhnlich müde und schlapp.  

Weniger Serotonin in den Wintermonaten 

Gleichzeitig wird weniger vom «Glücksbotenstoff» Serotonin ausgeschüttet, weil dieses zur Produktion von Melatonin gebraucht wird. Somit sinkt der Serotoninspiegel in den Herbst- und Wintermonaten. Die Aktivität der Nervenzellen, die für die Serotoninbildung verantwortlich sind, hängt stark von Lichteinflüssen ab, die über die Augen ins Gehirn gelangen. 

Die Kombination aus weniger Serotonin und mehr Melatonin kann die innere Uhr aus dem Takt bringen und auf die Stimmung schlagen. Die Folge: Wir fühlen uns müde, antriebslos und niedergeschlagen.  

Mangel an Vitamin D 

Auch der Mangel an Vitamin D wird als möglicher Faktor für den Winterblues und die Winterdepression diskutiert. In den Herbst- und Wintermonaten ist die Sonnenstrahlung in vielen Ländern nicht stark genug, um eine genügende Produktion von Vitamin D zu gewährleisten. Studien deuten aber darauf hin, dass die präventiven Vitamin-D-Einnahmen nicht bei der Vorbeugung des Winterblues oder einer Winterdepression helfen (JAMA, 2020). 

Evolutionäre Ursachen des Winterblues 

Manche Forscherinnen und Forscher vermuten, dass der Winterblues und die Winterdepression evolutionäre Wurzeln haben. Unsere Vorfahren mussten im Winter Kraft und Energie sparen und waren daher weniger aktiv. Dies könnte erklären, warum wir uns in der dunklen Jahreszeit oft schlapp und müde fühlen.  

Nähe zum Äquator beeinflusst Häufigkeit der Winterdepression 

Erwiesen ist hingegen: Je weiter man vom Äquator entfernt lebt, desto wahrscheinlicher ist es, dass man unter saisonalen Stimmungsschwankungen leidet. In nördlichen Ländern, wie etwa in Skandinavien, ist die SAD-Rate besonders hoch. Das verdeutlicht die Statistik zur Winterdepression in verschiedenen Ländern: 

  • Schweden: rund 8 % der Bevölkerung leiden jährlich unter einer Winterdepression ( Magazin Psychiatry and Clinical Neurosciences).
  • Schweiz: rund 2 % der Bevölkerung leiden jährlich unter einer Winterdepression – das entspricht rund 160'000 Menschen– vom milderen Winterblues sind rund 8.9 % der Bevölkerung in der Schweiz betroffen (SRF). 

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Typische Symptome für einer Winterdepression: 

Müdigkeit oder ein tiefes Energielevel kennen in den Wintermonaten wohl die meisten. In der Praxis gelten folgende Anzeichen als typische Symptome einer Winterdepression: 

  • Müdigkeit und Erschöpfung: Das Aufstehen fällt schwer, und man hat das Gefühl, nie richtig wach zu werden. Viele Betroffene verspüren ein erhöhtes Schlafbedürfnis und fühlen sich trotz Schlaf nicht ausgeruht.  
  • Heisshunger auf Süsses und Kohlenhydrate: Besonders in den dunklen Monaten steigt der Appetit auf ungesundes Essen mit vielen Kohlenhydraten und Zucker. Betroffene greifen nicht selten zu Schokolade, Chips oder Süssigkeiten. 
  • Gedrückte Stimmung: Mit dem Winter kommt die Melancholie. Viele fühlen sich traurig, sind reizbarer und sensibler als sonst. 
  • Antriebslosigkeit: Dinge, die sonst Spass machen, werden plötzlich zur Herausforderung. Auch kleinere Aufgaben fallen schwer und brauchen Überwindung.  
  • Soziale Isolation: Man neigt dazu, sich zurückzuziehen und weniger Zeit Freundinnen und Freunden sowie der Familie zu verbringen. 

Die Symptome des Winterblues und der Winterdepression ähneln damit denen einer «klassischen» Depression, sind aber meist weniger stark ausgeprägt und verschwinden, wenn die Tage im Frühjahr wieder heller werden.  

Wichtig ist: Wenn das Stimmungstief über mehrere Wochen anhält und den Alltag beeinträchtigt, könnten die Beschwerden auf eine ernsthaftere saisonale Depression hindeuten. Suchen Sie in solchen Fällen professionelle Hilfe auf. Sprechen Sie beispielsweise mit Ihrem Arzt oder erhalten Sie sofort Hilfe über ein Online-Psychotherapie-Angebot wie dasjenige von Aepsy.  

Winterdepression vorbeugen und bekämpfen: 6 Tipps gegen den Winterblues 

Auch wenn die dunkle Jahreszeit auf die Stimmung schlägt: Sie können aktiv etwas gegen den Blues tun! Mit diesen praktischen Tipps können Sie Ihre Laune auch in den dunklen Monaten aufhellen:

  1. Tanken Sie möglichst viel Tageslicht
    Nutzen Sie jede Gelegenheit, um Tageslicht zu erhalten. Gehen Sie so oft wie möglich aus dem Haus, auch wenn es bewölkt ist! Schon ein kurzer Spaziergang nach dem Mittag kann Wunder wirken. Idealerweise verbringen Sie täglich mindestens 30-60 Minuten am Stück draussen.  

    Auch Velofahren, Joggen oder Nordic Walking sind ideal, um den Kreislauf in Schwung zu bringen und dabei möglichst viel Licht zu tanken. 

  2. Machen Sie eine Lichttherapie
    Eine Lichttherapie kann Menschen helfen, die besonders stark unter der Winterdepression oder dem Winterblues leiden. Setzen Sie sich täglich für eine bestimmte Zeit vor eine spezielle Lampe, die Sonnenlicht simuliert. So regulieren Sie Ihren Melatonin- und Serotoninspiegel, damit sich Ihre Stimmung oft schon nach wenigen Tagen verbessert. 

    Was bei einer Lichttherapie zu beachten ist: Am wirksamsten ist die sogenannte Lichtdusche gleich am Morgen nach dem Aufwachen. 30 Minuten täglich vor einer Lichttherapie-Lampe mit einer Lichtstärke von 2'500 bis 10'000 Lux können ausreichen.  

    Bei ärztlicher Verordnung übernimmt die Grundversicherung CHF 301.11 der Kaufkosten einer passenden Lampe und CHF 1.– der Mietkosten pro Tag für maximal ein Jahr (Stand Mittel- und Gegenständeliste (MiGEeL) Juli 2025). 

    Lassen Sie sich von einer Fachperson, beispielsweise in einer Apotheke, beraten, um eine passende Lampe zu finden.  

  3. Bewegen Sie sich – am besten an der frischen Luft!
    Sport und Bewegung sind natürliche Stimmungsaufheller, da der Körper dabei besonders viele Endorphine ausschüttet. Auch wenn die Motivation in der kalten Jahreszeit manchmal fehlt – Bewegung im Freien, wie etwa ein Spaziergang, Velofahren oder Langlaufen, hilft gegen das Stimmungstief.

    Körperliche Aktivität führt zu einer vermehrten Ausschüttung von Endorphinen sowie weiteren neurochemischen Botenstoffen, die mit positiven Emotionen und Wohlbefinden in Zusammenhang stehen. 

    Ein Ziel – wie beispielsweise die Teilnahme an einem Volkslauf im Frühling – hält die Motivation für Aktivitäten im Freien hoch. Entdecken Sie dazu auch unsere Trainingspläne für Läuferinnen und Läufer.

  4. Die richtige Ernährung bringt’s
    Besonders im Winter neigen wir dazu, vermehrt Süsses und Ungesundes zu essen. Dabei ist eine ausgewogene Ernährung gerade dann besonders wichtig. Früchte, Gemüse und Vollkornprodukte halten den Energiehaushalt stabil und Omega-3-Fettsäuren – etwa aus Fisch, Nüssen und Leinsamen – heben nachweislich die Stimmung. Diese Lebensmittel werden auch bei einem Vitamin-D-Mangel empfohlen. Besonders Menschen mit einem Vitamin-D-Mangel haben ein erhöhtes Risiko für den Winterblues. 

    Ein Tipp für die richtige Ernährung im Winter: Essen Sie bunt! Farbenfrohe und saisonale Lebensmittel machen glücklich und versorgen Ihren Körper mit vielfältigen Nährstoffen. Mehr dazu lesen Sie im Artikel «Bunt tut gut: Farbenfroh essen, gesund leben». 

  5. Erwägen Sie gezielte Nahrungsergänzung
    Unser Organismus braucht bestimmte Stoffe, um Glück zu produzieren – wie Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren, Magnesium, B-Vitamine, 5-HTP, Johanniskraut und Zink. Wichtig ist, die Präparate und Nahrungsergänzungsmittel nicht wahllos einzunehmen, sondern gezielt einen festgestellten Mangel auszugleichen oder einer ärztlichen Empfehlung zu folgen. 

    Ob ein Mangel vorliegt, lässt sich durch einen Bluttest bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt feststellen. Eine weitere Möglichkeit ist der 360° Vitamin Check von Health Yourself, den man bequem online bestellen und zuhause durchführen kann. Als Versicherte oder Versicherter bei Atupri profitieren Sie von einem Rabatt auf die Selbsttest sowie einer Kostenbeteiligung mit der Zusatzversicherung Atupri Intense

    Fragen Sie Ihre Ärztin oder den Apotheker, welche Nahrungsergänzung in Ihrem Fall sinnvoll sein könnte.  

  6.  Pflegen Sie soziale Kontakte
    Auch wenn Sie sich am liebsten in eine Decke kuscheln und Netflix schauen würden: Treffen Sie sich mit Freunden, Kolleginnen und Verwandten – auch Kuscheln hilft. Wir Menschen brauchen den sozialen Austausch.  Mit anderen Menschen zusammen zu sein, macht glücklich – und Glücksgefühle sind die beste Waffe gegen den Winterblues. Ein gemeinsamer Winterspaziergang oder eine Kaffeetreffen reichen aus. Und falls persönliche Treffen schwierig sind, sind auch ein Telefongespräch oder der Austausch über Online-Kanäle besser als Einsamkeit. 

Wenn die Winterdepression besonders stark wird: Professionelle Hilfe gegen den Winterblues

Der Herbst- und Winterblues verläuft in der Regel mild und kann mit einfachen Massnahmen verhindert oder gelindert werden. In unserem Workbook «Winterblues adé» erhalten Sie wertvolle Hilfestellungen, Tipps und Übungen zur Prävention und Behandlung des Winterblues.  

 Es gibt aber Fälle, in denen die Symptome schwerwiegender sind. Wenn das Stimmungstief über Wochen anhält, sich vielleicht sogar noch verschlimmert und man sich kaum noch zu alltäglichen Aktivitäten aufraffen kann, könnte es sich um eine schwerere Form der saisonalen Depression handeln. In diesem Fall lohnt es sich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Auch ergänzende Angebote wie die Online-Psychotherapie helfen Ihnen, die Ursachen der Depression zu ergründen und individuelle Bewältigungsstrategien zu entwickeln.  

Gesund durch den Winter mit der Zusatzversicherung Atupri Intense 

Geben Sie dem Winterblues keine Chance! Atupri Intense unterstützt Sie dabei: Ob Bewegung, Ernährung oder Mental Health – mit unserer Zusatzversicherung profitieren Sie von innovativen Angeboten in jedem Lebensbereich. Dazu gehört auch das Angebot von Aepsy, der Matching-Plattform für Psychotherapie und psychologisches Coaching. Dort finden Sie sofort und ohne ärztliche Anordnung psychologische Unterstützung. 

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Aepsy und wurde mit Unterstützung der Psychotherapeutin Nathalie à Porta erarbeitet.

Über die Autorin: 

Nathalie à Porta, Psychotherapeutin 

Nathalie à Porta ist Psychotherapeutin mit zehn Jahren Praxiserfahrung. In ihrer Arbeit mit Einzelpersonen und Paaren unterstützt Sie Menschen dabei, ihre Vergangenheit in einen neuen Zusammenhang zu setzen, eine akzeptierende Haltung zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen.

Über unsere Kooperation mit Aepsy:  

Wir arbeiten mit Aepsy zusammen, um Ihnen einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu qualifizierter psychologischer Unterstützung zu ermöglichen. So möchten wir sicherstellen, dass Sie sich sowohl körperlich als auch ​​mental bestmöglich betreut fühlen. 


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