Veröffentlicht am 05.10.2025 in Mentale Gesundheit

Stress bei sich und anderen erkennen: so gehen Sie richtig damit um

Erfahren Sie, woran Sie Stress frühzeitig erkennen, wie Sie einfühlsame Gespräche führen und warum es wichtig ist, die eigenen Grenzen zu wahren. So schützen Sie Ihre mentale Gesundheit, vermeiden Überlastung und können Ihre Mitmenschen wirksam unterstützen.

Mentale Belastungen sind in unserem Alltag allgegenwärtig und entstehen, wenn Anforderungen unsere persönlichen Bewältigungsmöglichkeiten übersteigen. Hierbei können sich Symptome auf unterschiedliche Art und Weise zeigen: körperlich, beispielsweise durch Verspannungen oder Erschöpfung, emotional durch Reizbarkeit und Ängste, und kognitiv in Form von Konzentrationsproblemen und Grübeln.  

Darum ist es wichtig, mentalen Stress zu erkennen

Diese Anzeichen können als Alarmsignale verstanden werden und darauf hinweisen, dass unsere psychische Gesundheit Aufmerksamkeit benötigt. Denn Stress ist nicht nur kurzfristig belastend, sondern kann auch körperliche und mentale Folgen nach sich ziehen, die bei lang anhaltendem Stress sogar chronisch werden können. 

Stress zeigt sich dabei individuell sehr unterschiedlich. Denken Sie einmal darüber nach, was bei Ihnen Stress auslöst und welchen Situationen Sie gelassen entgegenblicken können, wobei ein Kollege oder eine Kollegin hierbei eventuell starken Stress empfinden könnte.  

Wenn Sie Ihren Mitmenschen in solchen Situationen unterstützen möchten, hilft es, Warnsignalen gegenüber sensibilisiert und aufmerksam zu sein und zu wissen, wie Sie sich selbst und anderen in Stresssituationen Unterstützung bieten können. 

So können Sie Stress bei sich und bei anderen erkennen

Ein bewusster Umgang mit den eigenen und den Belastungen nahestehender Menschen hilft, frühzeitig Unterstützung anzubieten und Stresssituationen besser bewältigen zu können. Stress kann sich durch folgende Anzeichen bemerkbar machen:

  • Verhaltensänderungen (z.B. Rückzug, Reizbarkeit)
  • Körperliche Symptome (z.B. Schlafstörungen, Appetitlosigkeit)
  • Emotionale Signale (z.B. Stimmungsschwankungen, Ängste)
  • Kognitive Symptome (z.B. Gedankenkreisen, Konzentrationsschwierigkeiten)

Dennoch bleibt hier festzuhalten, dass sich Stress ganz individuell äussern kann. Während bei manchen Menschen nur ein oben genannter Bereich betroffen ist, kann sich der Stress bei anderen auf allen Ebenen gleichzeitig zeigen. Sich selbst oder andere in Stresssituationen zu erkennen, ist der erste Schritt, um adäquat reagieren zu können. Dabei hilft es, regelmässig bewusst auf sich und sein Umfeld zu achten und Veränderungen aktiv wahrzunehmen. Vielleicht überlegen Sie an dieser Stelle einmal ein paar Minuten für sich, welche Symptome Sie in Stresssituationen von sich kennen.

Hilfestellungen dazu finden Sie auch in unserem Workbook zum Thema «Grenzen setzen».

Wenn Sie merken, dass Sie in stressigen Zeiten Mühe haben, das Gedankenkarussell zu stoppen, haben wir in unserem Artikel dazu einige hilfreiche Tipps für Sie zusammengetragen. 

Anzumerken ist, dass Stress hierbei nicht immer gleich negativ sein muss. Er kann motivierend sein und uns antreiben. Wird der empfundene Stress jedoch zur Dauerbelastung, hält nicht nur kurzzeitig an und überträgt sich auf unterschiedliche Lebensbereiche (Arbeit, Familie, Hobbys,...), ist Vorsicht geboten und es sollte genauer darauf geachtet werden.

Möchten Sie lernen, mit People Pleasing umzugehen? Dann sind Sie nicht allein. Deshalb haben wir zusammen mit Expertinnen und Experten der ​​Psychotherapie-Plattform Aepsy ein kostenloses Workbook mit wertvollen Tipps und Übungen zum Umgang mit People Pleasing erarbeitet:

Kommunikation als Schlüssel im gesunden Umgang mit Stress 

Wenn deutlich wird, dass eine Person in unserem Umfeld belastet ist, vielleicht einige Stresssymptome wahrgenommen werden und Sie das Gefühl haben, Sie möchten die Person unterstützen, ist ein Gespräch ein erster Schritt.

Ein Gespräch über mentale Belastungen zu beginnen, ist nicht immer einfach. Hierbei können einige Kommunikationsgrundlagen hilfreich sein, um ein solches Gespräch zu führen, wie:

  • Ich-Botschaften verwenden, um eigene Beobachtungen und Gefühle mitzuteilen.
  • Aktives Zuhören, um dem Gegenüber wirklich Raum und Wertschätzung zu geben.
  • Den geeigneten Zeitpunkt und ein passendes Umfeld wählen, beispielsweise in einer ruhigen Minute oder bei einem kleinen Spaziergang.
  • Eine vorurteilsfreie und offene Haltung einnehmen (was gar nicht immer so einfach ist).
  • Ein mögliches Gespräch könnte beispielsweise beginnen mit: „Mir ist aufgefallen, dass du dich in letzter Zeit oft zurückziehst. Das macht mir Sorgen. Möchtest du darüber sprechen, wie es dir geht?

Weitere Impulse finden Sie auch im Workbook, das Sie hier herunterladen können.  

Bei deutlichen Anzeichen von Stress: Wie unterstütze ich in Krisensituationen? 

Wenn klar wird, dass tatsächlich eine erhebliche Belastung vorliegt, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und gezielt zu unterstützen. Wichtig hierbei kann sein:

  • Keine schnellen Lösungen versprechen
  • Die eigenen Grenzen bewusst wahrnehmen
  • Gegebenenfalls an Fachpersonen verweisen

Ein hilfreicher Gesprächsleitfaden könnte folgendermassen aussehen:

  1. Situation anerkennen („Das klingt nach einer sehr belastenden Situation.“)
  2. Sicherheit schaffen („Was brauchst du jetzt am dringendsten?“)
  3. Nächste Schritte gemeinsam planen (konkrete Handlungen, Unterstützungsnetzwerk aktivieren, Folgetreffen vereinbaren)

Selbstfürsorge und Abgrenzung gehören zum richtigen Umgang mit Stress 

Eigene Grenzen wahrzunehmen und zu respektieren, ist entscheidend, um langfristig helfen zu können. Es ist hilfreich, den eigenen Energiehaushalt bewusst zu beobachten und aktiv zu gestalten. Dabei ist es wichtig, klar zwischen dem zu unterscheiden, was und Energie gibt und was uns Energie nimmt:

  • Energiegeber sind Aktivitäten oder Personen, die uns stärken und aufladen.
  • Energienehmer sind Situationen oder Menschen, die uns erschöpfen und belasten.

Selbstfürsorge bedeutet, bewusst Zeit und Raum für Aktivitäten und Beziehungen einzuplanen, die Energie zurückgeben. Dies stärkt die persönliche Widerstandskraft, auch Resilienz genannt und ermöglicht eine langfristige Unterstützung anderer.

Imaginationsübung «Dein Energiefluss» zur Verminderung von Stress 

Eine wirksame Methode zur Selbstreflexion und Pflege des eigenen Energiehaushalts kann die folgende Imaginationsübung sein:

  • Nehmen Sie eine bequeme Position ein, schliessen Sie die Augen und atmen Sie tief durch.
  • Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit bewusst auf Ihren Atem und spüren Sie, wie Luft ein- und ausströmt.
  • Lassen Sie Gedanken sanft vorbeiziehen, ohne sie festzuhalten, und kehren Sie immer wieder zur Atmung zurück.
  • Stellen Sie sich Ihren Energiehaushalt als eine Waage vor. Auf der einen Seite stehen die Energiegeber – leuchtend, warm und kraftspendend. Auf der anderen Seite stehen die Energienehmer – dunkel, schwer und kräftezehrend.
  • Visualisieren Sie nun konkret: Was gibt Ihnen Kraft? Welche Aktivitäten laden Sie auf? Welche Menschen tun Ihnen gut? Was kostet Sie besonders viel Kraft? Welche Situationen erschöpfen Sie? Welche Interaktionen strengen Sie an?
  • Beobachten Sie, wie sich die Waage bewegt. Welche Seite überwiegt aktuell? Welche Hebel können Sie ansetzen, um mehr Gleichgewicht zu schaffen?
  • Nehmen Sie abschliessend noch ein paar bewusste Atemzüge und öffnen Sie langsam wieder die Augen.

Nehmen Sie sich im Anschluss zwei Minuten Zeit, um Ihre Erkenntnisse und Gedanken aufzuschreiben. Diese bewusste Auseinandersetzung kann dabei helfen, langfristig gut für sich selbst und Ihre Liebsten zu sorgen und gleichzeitig Ihre eigenen Grenzen zu achten und einzuhalten.

Wenn Sie merken, dass Sie sich selbst zu wenig in den Fokus rücken, finden Sie zusätzliche Informationen zum so genannten «People Pleasing» in unserem Artikel dazu. 

Möchten Sie sich mit jemandem über Ihre mentale Belastung unterhalten?

Aepsy, unser Partner für psychische Gesundheit, hilft Ihnen dabei. Aepsy bietet individuelle Online-Coachings und Psychotherapien für jedes Anliegen – wo immer Sie sind. Mit unserer Zusatzversicherung Atupri Intense übernehmen wir 75 Prozent Ihrer Therapiekosten bei Aepsy bis max. CHF 2’000.– pro Jahr. Damit Sie psychisch gestärkt, resilient und glücklicher durchs Leben gehen können.

Grenzen klar kommunizieren gehören zum richtigen Umgang mit Stress 

Nicht immer ist es einfach, die eigenen Grenzen auch einzuhalten und anderen Personen mitzuteilen. Es ist aber im richtigen Umgang mit Stress sehr wichtig, dies zu lernen und sich abzugrenzen, wenn die eigene Belastung zu gross wird. 

Hilfreiche Formulierungen zur Abgrenzung können beispielsweise sein:

  • „Ich bin hier für dich, aber ich kann das nicht alleine tragen. Lass uns gemeinsam weitere Unterstützung suchen.“
  • „Ich sehe, wie schwer das für dich ist, aber ich kann das nicht alleine lösen. Ich unterstütze dich gerne dabei, professionelle Hilfe zu finden.“

Beim Erkennen von Stress sorgen, unterstützen und Grenzen wahren 

Die Fähigkeit, mentalen Stress rechtzeitig zu erkennen, Gespräche hilfreich zu gestalten und gleichzeitig eigene Grenzen zu respektieren, trägt wesentlich zu gesunden Beziehungen und zur eigenen mentalen Gesundheit bei, dennoch ist es nicht immer einfach. Prävention und Selbstfürsorge können dabei entscheidende Faktoren sein, um langfristig stabil und unterstützend für sich und andere sein zu können.

Unser kostenloses Workbook zeigt Ihnen, wie Sie Stress frühzeitig erkennen, Gespräche konstruktiv führen und gleichzeitig für Ihre eigene mentale Gesundheit sorgen können: Workbook «People Pleasing und Grenzen setzen». 

Weitere Übungen und Gesprächsleitfaden finden Sie im kostenlosen Workbook, das wir zusammen mit den Expertinnen und Experten von Aepsy aufbereitet haben.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Aepsy und wurde mit Unterstützung der Psychologin Luci Schlothauer erarbeitet.

Über die Autorin:   

Luci Schlothauer, Psychologin 

Luci Schlothauer arbeitet als Psychologin bei Aepsy und promoviert parallel dazu im Bereich Stress und positive Psychologie. Mit über acht Jahren Praxiserfahrung unterstützt sie Menschen in herausfordernden Lebensphasen dabei, ihre Ziele zu erreichen und neue Perspektiven zu entwickeln.

Über unsere Kooperation mit Aepsy:  

Wir arbeiten mit Aepsy zusammen, um Ihnen einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu qualifizierter psychologischer Unterstützung zu ermöglichen. So möchten wir sicherstellen, dass Sie sich sowohl körperlich als auch ​​mental bestmöglich betreut fühlen. 


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